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Sicherheitspolitisches Forum St. Gallen

Das Gespräch zwischen Katja Gentinetta und Prof. Christine Abbt anlässlich der Security Days 2026 des Sicherheitspolitischen Forums St. Gallen kreiste um die Rolle von Sprache, Begriffen und Deutung in einer sich verändernden geopolitischen Realität.

Was geschieht mit politischen Begriffen, wenn sich die weltpolitischen Rahmenbedingungen verschieben? Begriffe wie Freiheit, Demokratie oder Recht sind nicht statisch. Sie sind historisch gewachsen, philosophisch geprägt und werden zunehmend politisch beansprucht und umgedeutet. Die Tradition von Kant oder Mill erinnert daran, dass Freiheit und Recht immer an Bedingungen gebunden sind und nicht beliebig ausgelegt werden können.

Gleichzeitig wird Sprache selbst immer stärker Teil geopolitischer Auseinandersetzungen. Narrative, Framing und gezielte Desinformation wirken als Instrumente moderner Machtpolitik. Sie beeinflussen Wahrnehmungen, verschieben die Grenzen des Sagbaren und verändern, wie Gesellschaften Konflikte einordnen – oft, ohne dass dies unmittelbar sichtbar wird.

Wo Begriffe unscharf werden und Fakten umstritten sind, gerät die Grundlage des demokratischen Diskurses unter Druck. Eine offene Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass Verständigung möglich bleibt – auf Basis von Vernunft, Fakten und der Bereitschaft zur argumentativen Auseinandersetzung.
Das Gespräch zeigte: Sicherheit beginnt nicht erst bei militärischen Fragen. Sie beginnt dort, wo wir um Begriffe ringen und darum, wie wir Wirklichkeit verstehen.

2026-05-19T15:26:40+02:0021. 04. 2026|

Swiss Shippers Council: Neutralität und Machtpolitik – Herausforderungen für die Schweiz

In ihrem Referat beim Swiss Shippers Council in Interlaken stand die Spannung zwischen Neutralität und Machtpolitik im Zentrum. Letztere zeigt sich nicht nur in militärischen Konflikten, sondern auch in hybrider Form: Desinformation, Cyberangriffe, wirtschaftlicher Druck. Sicherheit ist damit längst keine abstrakte Grösse mehr, sondern eine konkrete politische und gesellschaftliche Aufgabe.

Für die Schweiz bedeutet das: Neutralität bleibt zwar ein Instrument, sie ersetzt aber keine Sicherheitspolitik. Wer sich nicht selbst schützen kann, wird abhängig. Und wer sich nicht positioniert, wird zum Objekt geopolitischer Interessen. Das betrifft auch die Wirtschaft. Die entscheidende Frage verläuft nicht zwischen einzelnen Märkten, sondern zwischen Ordnungsmodellen: regelbasierten Systemen einerseits oder Machtstrukturen ohne verbindliche Regeln andererseits. Sicherheit und Resilienz entstehen nicht von selbst. Sie sind das Resultat von politischen Entscheidungen, wirtschaftlicher Verantwortung und gesellschaftlicher Bereitschaft. In einer Zeit, in der sich die Ausgangslage verändert hat, muss sich auch unser Denken verändern.

2026-05-19T15:31:21+02:0017. 04. 2026|

Auf einem Panel mit Ministerpräsident Kretschmann

Auf Einladung von Winfried Kretschmann war Katja Gentinetta im Rathaus Bern zu Gast auf einem Panel zum Thema «Demokratie und Bürgerbeteiligung» und diskutierte, unter der Moderation von Roger de Weck mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Prof. Daniel Kübler und Regierungsrat Markus Dieth.

Im Zentrum stand die Frage, wie demokratische Teilhabe heute gestärkt werden kann und was es braucht, damit Beteiligung mehr ist als ein formales Versprechen.

Demokratie lebt von Beteiligung, Vertrauen und der Fähigkeit, Konflikte auszutragen, ohne den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verlieren. Gerade in Zeiten zunehmender Desinformation und gezielter Polarisierung wird sichtbar, wie zentral funktionierende demokratische Prozesse für die Resilienz einer Gesellschaft sind. Wirksame Bürgerbeteiligung braucht Transparenz, tragfähige Verfahren und den Willen zum Dialog.

Die Diskussion hat auch gezeigt, wie wichtig stabile Beziehungen über Landesgrenzen hinweg bleiben. Die Schweiz ist politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit ihren Nachbarn verflochten. Umso wichtiger sind Austausch, Vertrauen und die aktive Pflege dieser Beziehungen – auch mit Blick auf die zukünftige Ausgestaltung der Beziehungen zur Europäischen Union.

Ein besonderer Dank gilt Winfried Kretschmann. Er hat in Baden-Württemberg die Bürgerbeteiligung konsequent gestärkt und politisch verankert und damit Massstäbe gesetzt, die weit über die Landesgrenzen hinaus wirken. Ebenso hat er die Beziehungen zur Schweiz mit grossem Engagement gepflegt und vertieft. Dieses langfristige Verständnis für Dialog, Vertrauen und Zusammenarbeit prägt nicht nur die politische Kultur seines Bundeslandes, sondern auch das Verhältnis zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz.

2026-05-19T15:24:50+02:0016. 04. 2026|

FRIEDEN ein Ensembleprojekt der AG Theater Rämibühl

Am 31. März 2026 durfte ich das Ensembleprojekt FRIEDEN der Theater AG Rämibühl in der Rolle einer Schulleiterin eröffnen. Das Stück setzt sich mit der fiktiven Umsetzung der sicherheitspolitischen Strategie des Bundes an einer Kantonsschule auseinander und stellt die Fragen ins Zentrum, die sich daraus für die Schülerinnen und Schüler ergeben.

Wofür würde ich kämpfen? Für wen? Wäre ich bereit, mein Leben zu riskieren – oder gar zu töten?

Die Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden gehört zu den schwierigsten und zugleich notwendigsten Aufgaben unserer Zeit. Umso beeindruckender ist es, mit welcher Ernsthaftigkeit, Differenziertheit und gestalterischen Kraft sich die Schülerinnen und Schüler des AG Theater Rämibühl diesem Thema widmen. Es gelingt ihnen, hochkomplexe sicherheitspolitische Fragen in ein Theaterformat zu übersetzen, das berührt, irritiert und zum Weiterdenken zwingt.

Was bedeutet es für eine junge Generation, wenn Begriffe wie Resilienz, Aufrüstung oder Verteidigungsfähigkeit wieder Teil der politischen Realität werden? Welche Verantwortung tragen Entscheidungsträgerinnen und wie werden ihre Entscheide von jenen erlebt, die am Anfang ihres politischen und gesellschaftlichen Lebens stehen und langfristig mit den Konsequenzen leben müssen?

Im Anschluss folgte ein offenes Gespräch mit den Beteiligten und dem Publikum, in dem die im Stück aufgeworfenen Fragen gemeinsam weitergedacht wurden.

Ein grosser Applaus und ein herzlicher Dank an das Ensemble des AG Theater Rämibühl für diesen eindrücklichen und gelungenen Abend.

2026-04-18T14:47:32+02:0031. 03. 2026|

Würden Sie fürs eigene Land in den Krieg ziehen?

Europa und die Schweiz rüsten auf. Doch es fehlen Soldaten. Wer geht kämpfen, wenn es hart auf hart kommt? Braucht es wieder eine Wehrplicht? Eine Gewissensprüfung? Und darf der Staat überhaupt zum Töten zwingen? Ein Streitgespräch über Sicherheit, Krieg und Frieden in der SRF Sternstunde Philosophie.

Aufrüstung kostet nicht nur. Jemand muss all die Waffen auch bedienen können. Wer stellt sich also an die Grenze, wenn Russland angreift? «Ich sicher nicht», sagt Ole Nymoen. Sein Buch «Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit» sorgte unlängst für rote Köpfe und hitzige Debatten. So wie er argumentieren viele junge Menschen. Auch in der Schweiz ist die Bereitschaft, Wehrdienst zu leisten, gesunken. Ausgerechnet jetzt, da auf dem europäischen Kontinent seit fast vier Jahren Krieg geführt wird. Deshalb soll der Zivildienst nun unattraktiver und eventuell die Gewissensprüfung wieder eingeführt werden.

Wer also ist bereit zu kämpfen? Und ist es moralisch vertretbar, Menschen zum Töten zu zwingen? Darüber spricht Yves Bossart mit der Philosophin Katja Gentinetta, dem Militärexperten Georg Häsler und mit dem deutschen Autor und Podcaster Ole Nymoen.

2026-04-01T10:18:49+02:0025. 01. 2026|

Die Schweiz und die US-Zölle

Wie soll die Schweiz mit dem Zollentscheid aus den USA umgehen? Und wie findet sie zu ihrem Selbstbewusstsein zurück?
Die Schweiz hat sich in dieser Auseinandersetzung überschätzt. Zwar ist sie wirtschaftlich stark, aber wenn es um Deals geht, zu klein. Auch ist die Schweiz nicht so souverän, wie viele denken. Unseren Wohlstand haben wir einer regelbasierten Globalisierung zu verdanken – einer Ordnung, die wir nicht mitgestalten wollen und die jetzt bröckelt.
Selbstbewusstsein heisst, seine Stärken und seine Schwächen realistisch einzuschätzen. Zu den Stärken der Schweiz gehört ihre Wirtschaft, zu den Schwächen hingegen der geopolitische Alleingang und die sicherheitspolitischen Versäumnisse. Wirtschaftspolitik lässt sich heute nicht mehr ohne Sicherheits- und Geopolitik denken – und das gilt auch für die Finanzpolitik der Schweiz. Der US-Aussenminister Marco Rubio hat diese Verbindung gemacht.
Die Schweiz braucht mehr geopolitische Weitsicht – und strategische Partner. Nicht ohne Grund weist Bundesrat Cassis immer wieder darauf hin, dass die Abkommen mit der EU auch eine geo- und sicherheitspolitische Bedeutung haben. Und für VBS ist längstens klar, dass wir die USA und auch die EU brauchen.

Hier meine Einschätzung für die SRF-Sendung 10vor10 vom 7. August.

2025-11-30T13:08:02+02:0007. 08. 2025|

Die Nachkriegsordndung ist am Ende

Seit dem Eklat während des Empfangs von Selenskyj im Weissen Haus und der Absage Trumps von weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine ist die Nachkriegsordnung definitiv am Ende. Was Russland und China als «Multipolarität» propagieren, dürfte Realität werden – im Sinne von Einflusszonen, die den Regionalmächten gehören und denen sich die kleineren und schwächeren Länder unterzuordnen haben. Europa ist damit auf sich allein gestellt und muss darauf eine Antwort finden, so rasch und so konkret wie möglich.

Dies war mein Referat am Finance Forum in Liechtenstein.

Und dies mein Interview dazu im Blog.

 

2025-12-01T13:07:04+02:0006. 05. 2025|

Freiheit braucht Sicherheit

Freiheit braucht Sicherheit – das ist meine zentrale Erkenntnis der letzten Jahre und Aussage meines TEDx-Talks in Biel.

Jahrzehntelang hat der Westen die Freiheit gefeiert – und die Sicherheit vernachlässigt. In der Überzeugung, dass Demokratie und Dialog den Frieden sichern würden, haben wir unsere Verteidigung ausgelagert, Verantwortung abgegeben und jegliche Sicherheit als illiberal abgetan. Aber die heutige Welt – erschüttert von Krieg, Desinformation und geopolitischen Ambitionen – verlangt nach einem neuen Realismus. In diesem Vortrag plädiere ich für einen starken, widerstandsfähigen Liberalismus: einen Liberalismus, der seine Werte mit Klarheit, Selbstvertrauen und Mut verteidigt. Ausgehend von der Geschichte, der politischen Philosophie und den Herausforderungen der Gegenwart fordere ich uns dazu auf, unsere Annahmen zu überdenken – und zu verstehen, warum Freiheit ohne Sicherheit eine Illusion ist. Wenn wir frei bleiben wollen, müssen wir bereit sein, das zu verteidigen, was uns frei macht.

Hier mein TED-Talk (in English).

2025-11-30T12:29:32+02:0003. 05. 2025|

Europa rüstet auf – Kommt so der Frieden?

Abschrecken und Verteidigen sind die Losung der Stunde. Von einer Zeitenwende ist die Rede. Ein Narr, wer jetzt noch über Pazifismus nachdenkt? Doch können Waffen wirklich Frieden garantieren? Und wo bleibt der Glaube an das Gute im Menschen? Katja Gentinetta und Olaf Müller nehmen Stellung.
Seit der erneuten US-Präsidentschaft von Donald Trump geraten immer mehr vermeintliche Sicherheiten ins Wanken. Ganz besonders in Sachen Verteidigungsbündnisse. Europa scheint plötzlich auf sich allein gestellt. Also wird aufgerüstet wie seit langem nicht mehr – auch in der Schweiz. Militärische Abschreckung soll Frieden garantieren und sei es mittels Atomwaffen. Der Pazifismus hat in Zeiten wie diesen einen schweren Stand. Mit welchen Argumenten lässt er sich dennoch sinnvoll denken? Was genau meint Pazifismus überhaupt? Und wäre das nicht die adäquate Haltung für die neutrale Schweiz?

Katja Gentinetta und Olaf Müller in der Sternstunde Philosophie.

2025-06-02T18:46:00+02:0020. 04. 2025|

Deals sind die neue Weltordnung

Ein Begriff macht die Runde: „Transaktionalismus“. Bedeutet frei übersetzt: die Kunst des Deals. Meister seiner Ankündigung: Donald Trump, der neuerliche Präsident der USA. Als hätte man es nicht besser gewusst, verschlägt es vielen Europäern den Atem: Zugang zu Rohstoffen? Grönland kaufen! Sicherheit für Europa? Vielleicht gegen Bezahlung. Eine Ethik für die KI? Allein das Business zählt. Nur der Deal mit Russland und der Ukraine, den Trump für die ersten 24 Stunden seiner Amtszeit vollmundig angekündigt hat, lässt noch auf sich warten. Dennoch gilt es zur Kenntnis zu nehmen: Das Disruptionspotenzial ist groß – für das politische Gefüge der Welt insgesamt, vor allem aber für Europa.

Hier meine Kolumne im Magazin Der Pragmaticus.

2025-04-07T20:31:38+02:0029. 03. 2025|

Was (ver)erben wir? Lukas Bärfuss im Gespräch mit Kaltërina Latifi und Katja Gentinetta

In dem Essay «Vaters Kiste» (Rowohlt 2022) setzte sich Lukas Bärfuss mit verschiedenen Aspekten des Erbens auseinander. Er fragt, wie sehr wir uns über Eigentum definieren und welche Formen von Gemeingut man dem Privateigentum entgegensetzen könnte. Was haben wir selber durch unsere Herkunft mitbekommen und was werden wir dereinst unseren Nachkommen hinterlassen, und wo sehen wir unsere Verantwortung für die Welt? Diese und andere Themen vertieft er im Gespräch mit seinen Gästen Katja Gentinetta und Kaltërina Latifi, Essayistin, Publizistin und Literaturwissenschaftlerin mit multiplen geographischen Standbeinen und Interessengebieten.

Das Reply der Diskussion im Literaturhaus Zürich.

2025-05-26T11:33:43+02:0022. 02. 2025|

Brandmauern gelten den Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats

Extreme Parteien links und rechts der Mitte feiern in ganz Europa Erfolge. Den Wählerwillen zu ignorieren, wäre die falscheste aller Optionen. Deshalb sollten jene Parteien, die eine solide Regierung bilden wollen, vor allem eines tun: die Themen ernst nehmen, die die Wahlerfolge begründen – und dafür auch die eigenen Tabus glaubwürdig hinterfragen.

Meine Kolumne im Der Pragmaticus.

2025-03-02T16:45:56+02:0021. 02. 2025|

Der Wert universeller Werte

Der Westen sollte sich vom Vorwurf doppelter Standards nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern mit den Ländern des globalen Südens in einen offenen Diskurs treten. Unsere zentralen Prinzipien liegen im Interesse aller.

Das Papier hat es in sich: Entgegen seiner Absicht, „gemeinsam in die Zukunft“ zu schauen, verließ der britische Premierminister den jüngsten Commonwealth-Gipfel mit einer Forderung im Gepäck. Der Verbund der rund fünfzig ehemaligen britischen Kolonien in Afrika, Asien und der Karibik verabschiedete einstimmig eine Erklärung, wonach die Zeit reif sei für eine „bedeutsame, wahrhaftige und respektvolle Konversation“ über den Umgang mit dem historischen Erbe des Sklavenhandels.

Meine Kolumne im Magazin Der Pragmaticus.

2025-03-02T17:22:40+02:0007. 12. 2024|

Putins Gehilfen

Ein Bericht sorgte im September letzten Jahres in der Schweiz für Unruhe: Es geht darin um die Sicherheitspolitik des Landes, konkret um die Frage, wie sich das Land angesichts der verschärften Sicherheitslage in Europa aufstellen soll. Absender des Berichts ist eine vom Verteidigungsdepartement einberufene Studienkommission, in der Vertreterinnen und Vertreter der Regierungsparteien, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und der Kantone vertreten waren. Die Autorin dieser Zeilen war Mitglied der Kommission und Verfasserin des Berichts.

Mein Kommentar dazu im Magazin Der Pragmaticus.

2025-03-15T13:26:08+02:0001. 11. 2024|

Mehr Geld für die Armee – Wofür und woher?

Der Krieg in der Ukraine hat die sicherheitspolitische Lage in ganz Europa auf den Kopf gestellt. Seither ist die Armeedebatte auch in der Schweiz in den Fokus gerückt. Wie viel ist die Armee den Menschen in der Schweiz wert?

Ein Krieg auf europäischem Boden hätte vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten. Seit über zwei Jahren ist dies aber wieder Realität. Seither hat sich in der sicherheitspolitischen Debatte in Europa viel getan. Auch hierzulande setzt sich die Politik mit der neuen Bedrohungslage auseinander. Bundespräsidentin und Verteidigungsministerin Viola Amherd liess verlauten, dass die Sicherheit der Schweiz und ganz Europas auf dem Spiel stehe. Hat sich das sicherheitspolitische Umfeld der Schweiz derart stark verschlechtert? Was braucht es, um die Sicherheit zu gewährleisten?

Katja Gentinetta in der SRF-Arena.

2024-09-25T12:23:49+02:0020. 09. 2024|

Mitleid als Vorwand

Der mörderische Überfall auf israelische Bürger löste besonders unter jungen Menschen einer Welle der Solidarität aus – und zwar mit den Tätern. Warum?

Seit dem 7. Oktober letzten Jahres lässt mich ein ganzer Fragenkomplex nicht los: Wie kommt es, dass sich plötzlich die halbe Welt auf die Seite der Palästinenser stellt, Israel anklagt und Juden attackiert? Warum findet ein Gutteil dieses Aktivismus in, an oder vor Universitäten statt – den „heiligen“ Stätten des Wissens? Und wie kommt die Aktivistin Greta Thunberg dazu, nicht mehr fürs Klima, sondern für die Palästinenser auf die Straße zu gehen? Vergleichbar sind die Anliegen ja nicht. Woran liegt das alles? Beziehungsweise: Worum geht es wirklich? Und: Wie verhalten sich in diesem Themenkomplex Forschung, Wissenschaft und Ideologie zueinander?

Hier meine Kolumne im Der Pragmaticus.

2024-09-25T11:46:17+02:0008. 09. 2024|

Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit.

Die Sicherheitslage in Europa hat sich seit dem russischen Angriffskrieg schlagartig verändert. Wie soll die Schweiz damit umgehen? Eine Studienkommission hat heute einen Bericht mit Impulsen für die Sicherheitspolitik präsentiert.

Die Politphilosophin Katja Gentinetta war Mitglied der Studiengruppe und hat den Bericht verfasst. Sie betont, dass es ein Umdenken braucht. Die Schweiz müsse sich wappnen vor neuen Gefahren. Es brauche eine Annäherung an die Nato und die EU im Sicherheitsbereich, die Neutralität müsse angepasst werden, das Militärbudget schnell aufgestockt. Doch: Ist dieser Bericht mehr als eine Bestätigung der Linie des VBS? Von links und rechts gibt es scharfe Kritik an der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Kommission.

Katja Gentinetta dazu im SRF-Tagesgespräch.

2024-11-23T16:50:57+02:0029. 08. 2024|

80 Jahre D-Day: Es geht nicht um Frieden, sondern um Freiheit

Die Toten in der Ukraine sind weit weg. Der Krieg geht uns nichts an. Es zählt allein unser Wohlbefinden. Diese Realitätsverweigerung des Westens gefährdet unsere Demokratie und unsere Freiheit.

In diesem Monat ist die Normandie in Feststimmung: An ihren Stränden, in den Städten und Dörfern wird eines bedeutenden Ereignisses gedacht. Am sogenannten „D-Day“, dem 6. Juni 1944, landeten mehr als 150.000 amerikanische, kanadische, britische und französische Soldaten auf den Äckern und an den Stränden des Département Manche, von wo aus sie die Verteidigung der Deutschen durchbrachen und nach wenigen Wochen Paris befreien konnten. Der Tag war ein Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg; nur ein Jahr später war er zu Ende.

Hier meine Kolumne zum 80. Jahrestags des D-Day im Der Pragmaticus.

2024-06-25T07:31:19+02:0006. 06. 2024|

Der Sieg der Lüge

Fake News und Lügen von Politikern wären durch die Realität ganz einfach aufzudecken. Aber immer mehr Menschen dringen gar nicht mehr durch zur Realität – und genau das ist auch das Kalkül von Politikern wie Wladimir Putin oder Donald Trump.

Die Lüge gehört zur Politik; das ist nicht neu. Sie ist ein Instrument der Macht und wird als solches auch eingesetzt. Dennoch scheint der Einsatz der Lüge – gleichsam pünktlich zu diesem Jahr der Wahlen – einen neuen Höchststand zu erreichen. Die erste der großen Wahlen konnte bereits erfolgreich ins Ziel gebracht werden: Der Herrscher diesseits und jenseits des Urals wurde mit einem Rekordergebnis mehr oder minder auf Lebenszeit wiedergewählt. Jenseits des Atlantiks steht die große Wahl noch aus, ebenso wie jene in Europa.

Lesen Sie  meine neue Kolumne im Der Pragmaticus weiter.

2024-05-29T07:44:04+02:0023. 05. 2024|
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